So erkennst Du, wie Du anderen etwas Gutes tun kannst, ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben



Kennst Du das?


Zählst Du Dich zu den Frauen, die versuchen, vielen Menschen in ihrem Umfeld (privat und beruflich) gerecht zu werden? Hast Du ein schlechtes Gewissen, wenn Du nicht mehr hinterherkommst, Deine Freundschaften aktiv zu pflegen? Oder Dich so um Deine Familie zu kümmern, wie Du es Dir eigentlich wünschst? Ich kenne einige liebenswerte Frauen, die sich wirklich abmühen - am Ende des Tages sind sie erschöpft und traurig darüber, kaum jemandem wirklich gerecht geworden zu sein. Vor allem geht mit dem übermäßigen Bedürfnis, andere Menschen glücklich zu machen, das Gefühl einher, am Ende selbst zu kurz zu kommen.


Unbewusstes Antreiber-Verhalten führt nicht zum gewünschten Ergebnis


Hinter diesem Antreiber "Sei gefällig" steckt die Befürchtung, nicht mehr gemocht zu werden. Der Gedanke, "nicht mehr dazuzugehören", treibt Menschen sogar in einem Zustand hoher Erschöpfung an, es anderen noch mehr "recht zu machen": Das ist der unbewusste Versuch, den Zweifel an sich selbst (nicht gut genug zu sein) auszugleichen. Allerdings kann übermäßige Rücksicht auch in übermäßiger Rücksichtslosigkeit enden - wenn man sich in seiner Mühe nicht erkannt fühlt und die erhoffte Gegenleistung ausbleibt. Das ist die Kehrseite.


Dem amerikanischen Psychologen Thaibi Kahler zufolge entwickelt jeder Mensch bereits im Kindesalter sogenannte "destruktive Muster". Wenn wir uns als Kinder überfordert fühlen, oder weil unsere Eltern das vorleben, lernen wir in Form von Antreiber-Verhalten uns "nicht echt" zu zeigen. So erhoffen wir, als Mensch bestehen zu können, auch wenn wir andere Situationen unserer kindlichen Vorstellung nach nicht gut meistern ("Ich bin trotzdem okay, und zwar wenn ich es den anderen nur ordentlich recht mache").


So lautet die Lösung zu der Polarisierung von Fremd- und Eigeninteresse


Das A und O für Menschen, die erkennen, dass sie auf Dauer zu kurz kommen, weil sie versuchen, es anderen Menschen recht zu machen, ist ein ausgewogenes Maß an Selbstachtung und Entgegenkommen.


Zuerst einmal musst Du Dich selbst in Deinen Bedürfnissen kennen und verstehen lernen, sonst kannst Du keinen wahren Mehrwert für Dich oder andere schaffen. Mit wahrem Mehrwert meine ich, etwas zu geben, ohne dafür mittel- oder langfristig eine Gegenleistung zu erwarten. Kein Mensch kann es dauerhaft anderen Menschen "recht machen", weil dabei eigene Energie auf der Strecke bleibt. Ziel sollte eine Win-win-Situation sein.


Unterstützen, aktiv zuhören oder ausreichend Verständnis aufbringen kannst Du nur dann gut und aufrichtig, wenn Du Deine eigenen Bedürfnisse (er-)kennst und danach lebst. Denn durch das Auf-dich-selbst-hören und das Dich-selbst-ernst-nehmen lädst Du Deinen Akku. Unweigerlich verbunden ist eine ausgeglichene Haltung mit der Fähigkeit, auch "nein" sagen zu können - um da, wo wir tatsächlich kraftvoll sind, wirklich und aus vollem Herzen etwas geben zu können - ohne etwas dafür als Gegenleistung zu erwarten.


Wenn ich mein Leben lebe und das Gefühl habe, mir treu zu sein, dann tanke ich ständig neue Energie, anstatt sie an andere zu vergeben und erschöpft zu sein. Dadurch entsteht deutlich weniger Stress und deshalb verfalle ich auch in geringerem Maß in Antreiber-Verhalten.


Wahres Ich versus Ego-Anteil


Seinem wahren Ich zu folgen, heißt, sich in seinen Bedürfnissen, Stärken und Interessen zu kennen und sich eigenverantwortlich zu vertreten. "Nein" zu sagen ist wichtig, um dort "Ja" sagen zu können, wo ich durch mein "Ja" gleichzeitig Energie tanke. Das Ego wiederum mag die Idee, nett zu sein, um dafür eines Tages eine Gegenleistung zu erhalten.


Wir alle verfallen, bedingt durch unsere Genetik und Konditionierung (äußere Einflüsse im Kindesalter, wie Erziehungs- und Lehrstil, Bezugspersonen, Religionszugehörigkeit,…) immer wieder unserem Ego. Aber ein Mensch, der versteht, wie er den Impulsen seines Egos widerstehen kann, führt ein Leben mit deutlich höherer Freude, Leichtigkeit und Erfüllung.



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Katharina Lang Beratung & Coaching

MEIN TRANSAKTIONS-ANALYTISCHES FUNDAMENT

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ZERTIFIZIERTE TRAINERIN FÜR DAS PERSÖNLICHKEITSMODELL

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